SonntagsWort

 

Evangelium vom sechsten Sonntag der Osterzeit, Lk 19, 37-14;  09. Mai 2021

 

"Die Steine schreien"

 

 

 

So kam Jesus zu der Stelle, wo der Weg vom Ölberg nach Jerusalem hinabführt. Da brach die ganze Schar der Jüngerinnen und Jünger in lauten Jubel aus. Sie lobten Gott für all die Wunder, die sie miterlebt hatten. Sie riefen: »Gesegnet ist der König, der im Namen des Herrn kommt! Friede herrscht im Himmel und Herrlichkeit erfüllt die Himmelshöhe!«

Es waren auch einige Pharisäer unter der Volksmenge. Die riefen ihm zu: »Lehrer, bring doch deine Jünger zur Vernunft!« Jesus antwortete ihnen: »Das sage ich euch: Wenn sie schweigen, dann werden die Steine schreien!«

 

 Jesus zieht wie ein König in Jerusalem ein. Seine Jünger jubeln. Die Freude und Begeisterung über Gottes Wirken in ihrem Leben machen sich Luft: Gesegnet ist der König, der im Namen des Herrn kommt!

 

Bring doch deine Jünger zur Vernunft! Statt sie hier von Wundern grölen zu lassen…

Ob die tadelnde Stimme der Pharisäer sie zum Schweigen gebracht hat? Ertappt in ihrer Begeisterung, die vor der nüchternen Vernunft wohl kaum Bestand hatte? Oder ob sie einfach weitergejubelt haben, den Hütern von Anstand und Ordnung zum Trotz. Überzeugt von den Wundern, die sie miterlebt hatten?

Wenn die schweigen, dann werden die Steine schreien.

 

Diese Antworte Jesu dürfte auf jeden Fall die Pharisäer zum Schweigen gebracht haben. Sollte das eine Drohung sein? Oder bloß eine kleine Übertreibung, um klarzustellen, dass nichts und niemand den Jubel über Gottes Wunder zum Schweigen bringen wird. Zur Not werden eben Steine ihre Stimme erheben.

Aber zum Schreien? Krazein steht da im Griechischen. Ein krächzender Schrei. Kein wohlklingender Jubel. Und so kenne ich Steine auch: Sie schreien zum Himmel. Angesichts von Unrecht, Krieg und Zerstörung. Klageschreie, kein Jubel. Stolpersteine der Geschichte, die mahnen: Nie wieder! Die auf-schreien. Wenn die schweigen, dann werden die Steine schreien.

 

Vielleicht sind manchen in dieser nicht enden wollenden Corona-Pandemie zum Himmel schreiende Steine näher als die Begeisterung der Jüngerinnen und Jünger. Wem ist heute schon zum Jubeln zumute? Aber bevor ich in das Klagen unserer Zeit einstimme, schaue ich mir die Szene noch einmal genauer an:

Ob Jesus von den Steinen Jubel oder Klageschreie erwartet hat – er hat sich mit diesem Satz schützend vor seine Freunde gestellt: Niemand musste sie zur Vernunft bringen – weil sie Wunder erlebt hatten, die höher waren als all unsere Vernunft. Sie hatten allen Grund zum Jubeln und wir haben das auch.

 

Gerade weil wir um unsere Geschichte wissen. Weil wir in dieser Corona-Zeit Angst und sogar den Tod vor Augen haben. Gerade weil wir wissen, dass auch heute die Steine allen Grund zum Schreien hätten, gerade deswegen möchte ich nicht verstummen oder klagen. Gerade deswegen möchte ich an Gottes Wunder glauben. Möchte alle Sinne öffnen und Gottes Wirken auch heute sehen. Möchte mich von Gottes Wundern zum Jubeln anstecken lassen.

 

Dann mag vielleicht sogar das Wunder geschehen, dass Steine nicht nur schreien, sondern auch jubeln können. Wie damals der Stein vor Jesu Grab. Der Stein, der den Tod besiegelt hatte, war am dritten Tag vom Grab gerollt. Der Stein, der zum Himmel geschrien hatte angesichts des Unrechts, das Gottes Sohn angetan worden war, hat in den Jubel der Engel eingestimmt: Er ist nicht hier, er ist auferstanden. Friede im Himmel. Ehre in der Höhe!

 

Ich schaue mich um. Und ja, auch in diesen Zeiten erleben Eltern das Wunder einer Geburt. Auch jetzt bestehen junge Menschen das Abitur oder jubeln über den bestandenen Führerschein. Auch jetzt tut Gott Wunder. Auch jetzt ist Gott da. Auch in meinem Leben.

 

Nehmen Sie sich doch einen Stein und legen Sie all Ihren Jubel dort hinein, alles, was Gott Wunderbares für Sie getan hat. Alle Wunder, die Sie erlebt haben.

An der ev. Kirche in Zeilitzheim stehen große Jubelsteine. Wenn Sie auf einem Spaziergang oder einer Radtour dort vorbeikommen, können Sie Ihren persönlichen Jubelstein dort ablegen.  

 

Jubelt laut und singt mit Herzen – so klingt der Jubel der "Punkt 11 Band":

https://youtu.be/eyHpNtAmmW8

 

SonntagsWort.

 

 

Wir weisen daraufhin, dass ab sofort auch im Gottesdienst eine FFP2-Maske

getragen werden muss.

 

 

Aufgrund der aktuellen Lage durch das Coronavirus bleiben

 

die Pfarrbüros – auf Anordnung der Diözese – aktuell bis auf Weiteres

für den Publikumsverkehr geschlossen.

 

 

Wir sind weiterhin für Sie telefonisch (09382-3101991)oder per

Mail (Mailadresse pfarrbuero.herlheim@pg-marienhain) da.

 

Gerne werden wir uns um Ihr Anliegen kümmern.

 

Wir wünschen Ihnen alles Gute, bleiben Sie

gesund .

 

 

Andreas Engert, Pfr.

 

 

Gottesdienste heute

Kolitzheim 19:00 Uhr

Maiandacht

Lindach 19:00 Uhr

Maiandacht

Gottesdienste morgen

Lindach 10:00 Uhr

Ingrid Demuth

Mönchstockheim 10:00 Uhr

Adolf u. Hilda Sahlmüller (L) + Wilhelm u. Emma Markert u. Ira Schneider

Zeilitzheim 10:00 Uhr

Rita u. Rudolf Erhard (L) + Frieda u. Kilian Zink u. vst. Ang. (L) + Fam. Götz, Müller u. Reißig

Anmelden

Termine Marienhain

Keine Termine

Vermeldungen

 

 

Zum Seitenanfang